Therapieformen

Sie möchten wissen, welche Behandlungsform für Sie geeignet ist?


Das ist nicht nur von der klinischen Diagnose, sondern auch von der Ursache Ihrer Beschwerden abhängig!

Die Auswahl einer geeigneten Therapieform

Allgemeine Informationen

Die Auswahl einer geeigneten Behandlungsform erfolgt immer individuell und ist sowohl von individuellen Wünschen und Umständen als auch von der Art Ihrer Beschwerden abhängig. Dabei können abhängig von der Dynamik und Ursache Ihrer Erkrankung bei gleicher klinischer Diagnose völlig unterschiedliche Therapieformen angezeigt sein. Grundsätzlich sind vor allem chronische Erkrankungen in ihrer Dynamik sehr komplex, sodass Therapieempfehlungen immer erst nach einer ausführlichen Anamnese und Untersuchung gegeben werden können.

Beispiel:
Wird bei einem Menschen ein Nährstoffmangel als Ursache für die Beschwerden diagnostiziert, kann dieser in einer unzureichenden Nährstoffzufuhr, einer gestörten Nährstoffaufnahme im Darm oder einem vermehrten Nährstoffverbrauch liegen. Liegt die Ursache in einer unzureichenden Zufuhr, wird eine Ernährungsumstellung die Erkrankung ursächlich heilen. Ist jedoch die Aufnahme der Nährstoffe im Darm gestört, ist eine Erhöhung der Nähstoffzufuhr alleine nicht ausreichend. Hier muss dann zunächst die Ursache für die Aufnahmestörung weiter erforscht werden. Diese kann zum Beispiel in einer Entzündung der Darmschleimhaut liegen. Im Folgenden muss dann weiter differenziert werden, woher diese Entzündung kommt. Ist sie durch äußere Faktoren ausgelöst worden, die bei nahezu allen Menschen ähnliche Symptome auslösen würden (z.B. extrem langanhaltende Antibiosen oder die Einnahem bestimmter Medikamente) genügt es manchmal zusätzlich zur Ernährungsumstellung eine Darmsanierung durchzuführen und falls möglich die Auslöser zu eleminieren. Waren die Auslöser jedoch Kleinigkeiten wie z.B. gelegentliche Ernährungsfehler, die bei gesunden Menschen keine Auswirkungen hätten, liegt aus homöopathischer Sicht vermutlich eine angeborene oder erworbene Schwachstelle der Selbstheilungskraft vor. In diesem Fall ist eine zusätzliche Stärkung der Lebenskraft und somit eine Behandlung der Krankheitsneigung mittels Homöopathie anzudenken. Um das passende Therapieverfahren wählen zu können, orientiere ich mich neben den klinischen Diagnosen vor allem an der Einteilung der Erkrankungsarten im Sinne der homöopathischen Philosophie. Diese werden im Folgenden näher erläutert.

Amiasmatische Erkrankungen

Definition:
Amiasmatische Erkrankungen sind Krankheiten, die bei jedem Menschen auftreten, der bestimmten äußeren Faktoren ausgesetzt ist und sich bei allen Betroffenen unabhängig von ihrer individuellen Konstitution ähnlich äußern.

Ursachen:
Die Ursache dieser Erkrankungen liegt i.d.R. in einmalig einwirkenden äußeren Faktoren wie z.B. Unfällen, Verletzungen, Insektenstichen, Bissen oder aber auch in hoch virulenten (=auch gesunde Menschen krank machenden) Krankheitserregern im Rahmen von Epidemien. Die Selbstheilungskraft bleibt dabei gesund und kann die Erkrankung meist alleine beheben (Ausnahmen sind schwere Verletzungen).

Beispiele:
Meist handelt es sich um akute Beschwerden, wie z.B. eine Schnittwunde, die bei allen betroffenen blutet und schmerzt. Ein Magen-Darminfekt oder eine Grippe kann ebenfalls amiasmatisch sein, wenn von ihr viele Menschen betroffen sind und alle ähnliche Symptome zeigen. Bei einer Infektneigung oder stark ausgeprägten Infekten ist hingegen eine miasmatische Erkrankung möglich.

Ursächliche Therapie:
Da bei Verletzungen die Ursache ausschließlich in einmaligen äußeren Faktoren zu suchen ist, ist eine ursächliche Therapie weder möglich noch nötig. Hier können symptomatische Therapie wie z.B. Salben, Desinfektionsmittel, Kühlung oder eine chirurgische Therapie eingesetzt werden. Bei Infekten sind die Symptome i.d.R. ein Selbstheilungsversuch des Körpers, der z.B. durch Durchfall oder Schnupfen versucht, die Erreger zu bekämpfen. Aus diesem Grund ist hier abwarten oft die beste Therapie um das Immunsystem zu schulen.  Hausmittel wie z.B. Tees können Linderung verschaffen. Verschwindet der Infekt nicht von alleine liegt entweder ein hoch pathologischer Erreger oder häufiger eine Schwäche der Selbstheilungskraft und somit eine miasmatische Erkrankung vor.

Erkünstelte miasmatische Erkrankungen:

Definition:
Erkünstelte miasmatische Erkrankungen sind Krankheiten, die trotz gleicher äußerer Umstände nicht bei jedem Menschen auftreten, der diesen ausgesetzt ist aber nach der Elemination der äußeren Faktoren von alleine wieder verschwinden.

Ursachen:
Die Ursache dieser Erkrankungen liegt meist in chronisch einwirkenden äußeren Schädigungsfaktoren wie z.B. Umwelt- oder Schwermetallbelastungen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Fehlernährung, Kummer und Stress oder anderen „Fehlern“ in der Lebensführung. Die Selbstheilungskraft bleibt dabei aber gesund und kann die Erkrankung beheben, wenn die Faktoren wegfallen.

Beispiele:
Oft sind es widerkehrende akute oder chronische Beschwerden, die zwar auf den ersten Blick aussehen wie eine von Innen kommende miasmatische Erkrankung, in Wirklichkeit aber durch die äußeren Faktoren künstlich erzeugt wurde. Typische Beispiele sind hier z.B. Migräneanfälle durch die Pille oder Durchfälle durch häufige Antibiosen.

Ursächliche Therapie:
Da die Ursache hier in äußeren Faktoren liegt, müssen diese soweit wie möglich eliminiert werden. Hierzu arbeite ich mit ordnungstherapeutischen Maßnahmen (unter anderem Umstellung der Ernährung). Auch baubiologische, zahnärztliche - oder psychotherapeutische Maßnahmen können in manchen Fällen sinnvoll sein – gerne empfehle ich Ihnen hier entsprechend spezialisierte Therapeut*innen. Manchmal kommt es vor, dass die äußeren Faktoren biochemische Schäden hinterlassen haben, die auch eine gesunde Selbstheilungskraft nicht beheben kann wie z.B. Nährstoffmängel, fehlende Darmbakterien oder Schwermetallvergiftungen. Dann arbeite ich mit mikrobiologischen Präparaten und/oder Nahrungsergänzungen.

Miasmatische Erkrankungen

Definition:
Miasmatische Erkrankungen sind Krankheiten, die trotz gleicher äußerer Umstände nicht bei jedem Menschen auftreten, der diesen ausgesetzt ist und auch nach der Elemination der äußeren Faktoren bestehen bleiben.

Ursachen:
Bei diesen Krankheiten liegt die Ursache in angeborenen oder erworbenen „Schwachstellen“ der Lebenskraft. Durch meist chronisch einwirkende Schädigungsfaktoren (z.B. ungünstige Lebensweise, Umweltbelastungen, Medikamente) wird die Lebenskraft an den Schwachstellen angegriffen, sodass sie selbst nach dem Wegfall der äußeren Faktoren nicht mehr in der Lage ist, sich selber zu heilen.

Beispiele:
Die meisten widerkehrenden akuten oder chronischen Krankheiten sind miasmatische  und somit von Innen kommende Erkrankungen. Eine familiäre Häufung, ungewöhnlich starke Reaktionen auf äußere Faktoren und v.a. die Fehlende Reaktion auf den Wegfall von Schädigungsfaktoren sind typische Hinweise auf diese Erkrankungsart.

Ursächliche Therapie:

Jegliche Maßnahmen – egal ob schulmedizinisch, pflanzlich oder naturheilkundlich – die sich GEGEN die  vordergründige Erkrankung (z.B. gegen die Entzündung, gegen den Ausschlag, usw.) richten, können hier aus homöopathischer Sicht nicht nachhaltig heilen. Die eigentliche Ursache (die Schwäche in der Lebenskraft) würde damit nicht behoben und es entstünden so über kurz oder lang neue (und oft sogar schlimmere) Krankheiten. Nach der bestmöglichen Entfernung schädigender Faktoren als Krankheitsauslöser, ist eine klassisch Homöopathische Therapie mit dem Ziel, die Selbstheilungskräfte zu stärken und die Schwachstellen in der Lebenskraft zu beruhigen für mich daher die Therapie der Wahl bei echten miasmatischen Erkrankungen.
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